Selbstgemachter Apfelrotkohl mit Abkürzung

Es war kein Witz

Als ich vor einigen Jahren erstmals von einer Bekannten hörte, dass Sie als Beilage für Ihren Braten Rotkohl aus dem Glas verwendet, dachte ich zuerst, es sei ein Scherz, aber dann musste ich es doch glauben. Als ich dann noch erfuhr, dass der Rotkohl nach dem Wärmen im Topf noch mit der einen oder anderen Zutat verbessert werden muss, weil er ja eigentlich gar nicht so gut schmeckt, habe ich mich gefragt, warum man sich das überhaupt antut. Auch gebe ich zu bedenken, dass das rote kraut im Glas ja irgendwie haltbar gemacht werden muss und ob das gesund ist …

Nachstehend werde ich Ihnen aufzeigen, wie einfach und schnell ein leckerer Apfelrotkohl selbst zubereitet ist. Außerdem lässt er sich wunderbar portionsweise einfrieren – das spart Arbeit für die künftigen Braten.

So einfach geht’s

Einen mittelgroßen Kopf Rotkohl von den äußeren Blättern befreien, vom Strunk aus halbieren und die Hälften nochmals teilen. Die Viertel jetzt entweder einfach schnell mit dem Messer schneiden oder mit einem Küchenhobel nicht zu dünn hobeln, aber immer das Viertel am Strunk festhalten und diesen natürlich nicht mitschneiden, sondern entsorgen.

Drei kleine zwiebeln schälen und so fein oder grob schneiden, wie den Rotkohl. Die Zwiebeln nun in etwas Fett, ich nehme Rapsöl, es kann auch Schweineschmalz verwendet werden, glasig andünsten. Anschließend einen Teelöffel Zucker über die Zwiebeln verteilen und kurz karamellisieren lassen. Danach den geschnittenen Rotkohl in den Topf geben und kurz anrösten.

So, jetzt kämen etwas Rotwein und vor allem Nelken, Zimt, Wacholder und Lorbeer ins Kraut. Dies gibt man entweder direkt dazu – was später beim Essen eher unangenehm ist – oder in ein kleines Gewürzsäckchen, welches später entnommen werden kann. Mir ist das zu viel Gedöns und so lösche ich einfach mit 0,2 Liter Glühwein das Kraut ab. ja, richtig gelesen, Glühwein, denn dort ist alles vorhanden, was wir wollen. Das ist sicher unkonventionell, aber eine gute Abkürzung und das Ergebnis wird Ihnen schmecken.

Wer den Rotkohl etwas sämig haben möchte, der kann jetzt eine kleine geschälte Kartoffel ganz fein ins Kraut reiben oder mit etwas Kartoffelstärke abbinden. 1 bis 2 Schnapsgläschen Essig – Johannisbeere- oder Quittenessig wären optimal – für die Farbe und den Geschmack hinzugeben und wo Essig zum Einsatz kommt, darf Süße nicht fehlen. Ich gebe daher ein wenig Ahornsirup oder wenn gerade verfügbar, ein Gelee von Johannis-, Himbeere oder Quitte dazu.

Einen oder zwei saure Äpfel – ich bevorzuge Boskoop – schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden und in den Rotkohl geben. Das Ganze nun kurz durchkochen lassen, mit etwas Salz, Pfeffer und noch ein wenig gemahlenem Zimt abschmecken und abgedeckt über Nacht ruhen lassen oder falls es auf Vorrat gemacht werden soll, gleich portionsweise in den Gefrierschrank damit.

Rotkohl gehört für mich zu den Speisen, die mindestens einmal aufgewärmt werden müssen, damit sie schmecken. Daher mache ich ihn auch immer einen Tag vor dem eigentlichen Verzehr – so spare ich mir dann auch gleich Zeit, wenn er zum Einsatz kommen soll.

Vielleicht liest sich meine Anleitung jetzt ein wenig kompliziert, aber Sie werden sehen, es ist wirklich flott gemacht und Sie werden künftig lächelnd an den Gläsern im Regal vorübergehen 😉

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